Einführung

Auf den Spuren von Papst Benedikt XVI. gibt es vieles
zu entdecken. Nicht nur die biographischen Stationen
der Kindheit und Jugend des Hl. Vaters, der hier, zwischen
  
Inn, Salzach und Alpen die prägenden frühen Jahre
seines Lebens verbrachte.

Diese Region, von der Natur mit reichen klimatischen, topographischen und ökologischenrzügen bedacht, zählt zu den ältesten Kulturlandschaften Mitteleuropas.

         
Geburtshaus Papst
Benedikts XVI in Marktl a. Inn




Schon durch ihre Lage als Brücke zwischen Nord und Süd, Ost und West prädestiniert, hat sie seit Jahrtausenden den Menschen Lebensraum und Heimat geboten, nicht nur materiell, sondern auch spirituell.

Schon in vorchristlicher Zeit siedelten Kelten und Römer hier, und bereits früh in unserer Zeitrechnung schlug das Christentum seine Wurzeln, so dass die Region zu einer Keimzelle der Christianisierung wurde.



In karolingischer Zeit bildete die Königspfalz in Altötting ein politisches und administratives, aber auch ein geistiges Zentrum, dem schon bald eine Vielzahl von Klostergründungen folgten.

Die Benediktiner, die Zisterzienser, die Franziskaner und Augustiner, sie alle sind entlang des Benediktweges mit stolzen Klöstern und prächtigen Kirchenbauten vertreten. 


In dieser „terra benedicta“, diesem gesegneten Land, mochte sich mancher dem Himmel näher fühlen als anderswo. Jedenfalls konnten hier Hochgeborene wie die Königstochter Irmingard, Gründerin des Klosters Frauenchiemsee, ebenso zur Ehre der Altäre gelangen  wie der Bauernsohn aus Parzham, der als Bruder Konrad Pförtnerdienst im Altöttinger Kapuzinerkloster versah.

Das benediktinische „Ora et labora“, „Bete und arbeite“, drückte der Landschaft zwischen Inn und Salzach und im Chiemgau den Stempel auf. Die Entwicklung von Landwirtschaft und Handwerk verdankte den Mönchen und Nonnen viel, aber auch die Laienbevölkerung verinnerlichte diesen Zweiklang von Fleiß und Frömmigkeit.  Nicht umsonst hat sich neben der reichen Klosterlandschaft eine ebenso vielfältige Wallfahrtslandschaft entwickelt, die insbesondere

von der tiefen Verehrung der Gottesmutter und Patrona Bavariae zeugt: Marienberg und Mühlberg, Ettendorf und Ising, Pürten und Heiligenstatt, und natürlich die Altöttinger Gnadenkapelle, der Benediktweg vereint viele Stationen bayerischer Volksfrömmigkeit.




Von der Wallfahrt läßt sich aber auch lernen, dass die „statio“, die Station, und die „commotio“, die Bewegung, der Weg, zusammengehören. So ist der Benediktweg nicht nur eine Aneinanderreihung touristischer und kulturhistorischer Attraktionen. Dazwischen liegen die Felder, Wiesen, Wälder, Hügel und Seen, die mehr noch als die Werke von Menschenhand diese Landschaft zu einer „terra benedicta“ machen.

Keine Parklandschaft, sondern uraltes Bauernland. Auch heute noch ist die Landwirtschaft ein wesentlicher Faktor der regionalen Wirtschaft. 

Und die heimischen Landwirte sind sehr bestrebt, bäuerliche Tradition und innovative Konzepte zur Behauptung und Weiterentwicklung der ländlichen Wirtschaft in Einklang zu bringen. Die Herausforderung, Ökologie und Ökonomie zu vereinen, erfordert gerade heute besondere Anstrengungen.

Dass sich gerade Papst Benedikt dessen sehr wohl bewußt ist, zeigt seine Einstellung zur Verantwortung für die Schöpfung, die in der Pfingstpredigt 2002 zu seinem 25-jährigen Bischofsjubiläum zum Ausdruck kommt: „Die Schöpfung ist uns nicht nur zur Ausbeutung übergeben, sondern damit wir sie in Ehrfurcht hüten und sie als Gottes Garten entwickeln, in dem Menschen menschlich leben können.“ Wo, wenn nicht hier in seiner Heimatregion mit ihrer langen Tradition der Symbiose von Mensch und Natur, könnte dieses Bild vom „Garten Gottes“ augenfälliger sein?   

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